Rover SOLA 2012 Rankweil-PizBuin

Die Rover vor dem PizBuin.

5 Rover und 3 Leiter sind am 14.Juli in Rankweil gestartet und ins SOLA aufgebrochen. Das Ziel war etliche Kilometer entfernt und konnte nur durche etliche beschwerliche Auf und Abstiege erreicht werden. Stefan hat eine Tour zusammengestellt die es in sich hatte. Tagestouren von bis zu 27 km und 1500 Höhenmeter führten von Rankweil über den Rätikon und die Silvretta zum Fuße des Piz Buins.

 

Das Exklusiveinterview:

E Beh, Zwe Beh, Bede Beh tuan mr weh!
Von Rankweil bis zum Piz Buin

Ein Rover stellt sich den Fragen eines Mampfla – Journalisten:

Warum zog es die auslandsbegeisterten Rover heuer in die heimischen Berge?
Nach der letztjährigen Portugalreise schien es angebracht, unseren ökologischen Fußabdruck diesmal klein zu halten. Die ersten Ideen und Planungen für unser diesjähriges Sommerlager hegten wir unmittelbar nach dem Pfingstlager. Es wurde im Laufe mehrerer Wochen viel diskutiert und verschiedene Varianten durchdacht. Zuletzt blieben zwei Überlegungen über: Entweder eine Radtour nach Italien oder eine Wanderwoche von Rankweil bis zum Piz Buin, für die sich die Mehrheit entschied.

Beschreibe unseren LeserInnen die Strecke. Wie viele Kilometer wurden in dieser Woche zurückgelegt?
Ziel bei der Wahl der Streckenführung war es, die komplette Strecke von Rankweil bis zum Piz Buin ohne technische Hilfsmittel, wie z.B. Auto, Bus, Zug oder Seilbahn zurückzulegen. Los ging es im Pfadfinderheim. Die erste Etappe führte uns über den Schwarzen See in Richtung Satteins, von da nach Röns bzw. Schnifis. Nach einer gemütlichen Pause in Thüringen gingen wir nach Bludenz, wo es dann sehr nötig war, unsere Kraftreserven wieder aufzutanken. Am Abend machten sich die 27 Kilometer, die wir mehr oder weniger auf Asphalt zurückgelegt hatten, in unseren Beinen bemerkbar. Bettruhe brauchte keine mehr verordnet zu werden.
Am nächsten Morgen konnten wir zur Freude aller einiges an Gepäck loswerden. Manch einer hatte die eigenen Tragfähigkeiten doch zu optimistisch eingeschätzt – zumal sogar der zukünftige Gebirgsjäger M.H. (Name d. Red. bekannt) keine weiteren Steine zu Trainingszwecken zuladen wollte. Dann ging es via Bürser Schlucht in Richtung Rätikon. Da wir die Wanderung vom Vortag noch in den Beinen spürten, reichten uns die 12 Kilometer und 1000 Höhenmeter bis zur Sarotla Hütte. Mit diversen Getränken und kalorienreichem Essen, wie z.B. Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn, regenerierten wir unsere Adoniskörper.

Die dritte Etappe war vom Aufstieg auf das Zimbajoch geprägt. Nach einer (zu) kurzen Pause auf der Heinrich-Hueter Hütte marschierten wir Richtung Golm. Leicht erschöpft kamen wir nach 17 Kilometer und 1400 Höhenmeter in der Lindauer Hütte an.
Unser „Ruhetag“ folgte nun: auf dem Tagesprogramm standen nur 5 Kilometer und 800 Höhenmeter, die uns über das Schwarzjoch zur Tilisuna Hütte brachten.
Der „Ruhetag“ wurde in weiser Voraussicht eingeplant, denn von der Tilisuna Hütte bis zur Tübinger Hütte waren 21 Kilometer und 1400 Höhenmeter zu bewältigen. Zuerst ging es über den Grubenpass, Plasseggenpass und Sarotlajoch hinab nach Gargellen. Ständige Begleiter dieses Fußmarsches waren Murmeltiere, die ob unseres gemächlichen Schrittes in ein Dauerpfeifkonzert verfielen. Von Gargellen ging es durch das Vergaldental hinauf auf das Vergaldnerjoch, weiter auf das Mittelbergjoch, und dann hinunter zur Tübinger Hütte.
Die ersten Schneefelder bzw. Gletscher überquerten wir auf dem Weg von der Tübinger Hütte zur Saarbrücker Hütte. Nach dem Plattengletscher erreichten wir das Plattenjoch, von da aus über den Kromer- und Schweizergletscher erreichten wir die Saarbrücker Hütte.
Auf dem Weg zur Wiesbadener Hütte legten wir weitere 12 Kilometer zurück. Vom Litzner Sattel aus wanderten wir entlang des Klostertals bis zum Silvrettastausee und anschließend durch das Ochsental bis zur Wiesbadener Hütte.
Zum Abschluss unserer Wanderwoche gab es einen kurzen Spaziergang von der Wiesbadener Hütte zum Parkplatz auf der Bielerhöhe.

Und für die Besteigung des Piz Buins hattet ihr keine Kraft mehr?
Keineswegs! Nur die klimatischen Bedingungen verhinderten unseren Gipfelsieg.

Wie viele Rover nahmen teil und gab es überhaupt so sportliche Leiter?
Insgesamt waren wir eine relativ kleine Gruppe: Nur fünf äußerst motivierte Rover stellten sich dieser Herausforderung. Dem Rest der Rover war dieses „Lagerprogramm“ wohl zu anstrengend. Erstaunlicherweise begleiteten uns unsere drei Leiter, die, wie es schien, noch im hohen Alter sportlicher sind als so manch ein Rover!

Wie waren Unterkünfte und Verpflegung?
Wie aus der Streckenführung ersichtlich ist, schliefen wir bis auf eine Nacht in den Hütten des österreichischen sowie deutschen Alpenvereins. Die Ausnahme bildete die Übernachtung im Pfadfinderheim in Bludenz. Von im Halbschlaf redenden, hungrig schmatzenden und schnarchenden Rovern abgesehen, vergingen die Nächte meist sehr schlafreich bzw. korrelierte die Zahl der gelaufenen Kilo- und Höhenmeter erstaunlicherweise mit dem Bedürfnis nach mehr Schlafenszeit. Die Vorfreude auf das Frühstück hingegen sank von Tag zu Tag, denn über die alpine Brotfrische will ich mich hier nicht auslassen. Feine Abendmahlzeiten machten diese kulinarische Schwäche aber wett.

Wie war es um eure Füße bestellt? Keiner mit akuter „Blasenschwäche“?
Tatsächlich muss man sagen, dass es drei Spezialisten gab, die ohne Blasenprobleme durch die Woche kamen. Für die anderen waren Blasenpflaster eine Notwendigkeit! Aber in Summe hatten alle gute Beine oder bissen die Zähne zusammen. Ein Leiter zog die Tour nämlich mit geschwollenem Knöchel durch!

War der Wettergott auf eurer Seite?
Im Regen sind wir gestartet, im Regen fand unser Lager sein Ende. Zur Halbzeit unserer Wanderwoche genossen wir immerhin ein paar Sonnenstunden. Die Wandertemperatur war somit trotz Hochsommer durchwegs angenehm. Leider brachte das Wochenende wieder Regen und machte so eine Besteigung des Piz Buins unmöglich.

Gab es während eures Sommerlagers ein Wanderhighlight bzw. einen besonderen Tiefpunkt?
Mein persönliches Highlight war die Besteigung des Zimbajochs. Bei eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt kletterten wir über Leitern hinauf auf das Zimbajoch. Neuschnee im Juli sorgte dabei für eine ganz spezielle Atmosphäre.
Wermutstropfen bleibt freilich die fehlende Besteigung des höchsten Vorarlberger Gipfels.

Eine entbehrungsreiche und strapaziöse Wanderwoche – und dann kein krönender Abschluss! Also alles für die Katz?
Ein Reportergrünschnabel mag das so sehen. Aber für uns Rover galt und gilt: Der Weg ist das Ziel!

Gut Pfad, Emanuel

 

Touren

Rover SOLA 2012 Rankweil - Bludenz

Rover SOLA 2012 Bludenz - Sarottla Hütte

Rover SOLA 2012 Sarottla Hütte - Lindauer Hütte

Rover SOLA 2012 Lindauer Hütte - Tilisuna Hütte

Rover SOLA 2012 Tilisuna Hütte - Tübinger Hütte

Rover SOLA 2012 Tübinger Hütte - Saarbrücker Hütte

Rover SOLA 2012 Saarbrücker Hütte - Wiesbadner Hütte

Rover SOLA 2012 Wiesbadner Hütte - Bielerhöhe

 

Ein paar Bilder

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